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AML-Begriffs-
glossar

Was ist AML (Prävention von Geldwäsche)?

Kontrollen zur Bekämpfung von Geldwäsche sollen Finanzkriminelle daran hindern, illegal erworbene Gelder als rechtmäßige Gelder zu verschleiern. Finanzinstitutionen und andere regulierte Einheiten müssen über ein robustes Programm zur Verhinderung, Aufdeckung und Meldung von Geldwäsche verfügen. Ein Programm zur Bekämpfung von Geldwäsche sollte mindestens Folgendes beinhalten:

  • Schriftliche interne Richtlinien, Verfahren und Kontrollen
  • Einen designierten AML-Compliance-Beauftragten
  • Laufende Mitarbeiterschulung
  • Unabhängige Überprüfung zum Testen des Programms

 

A


 

Affidavit

Eine unter Eid vor einem Justizbeamten, Notar oder einer sonstigen dazu befugten Person abgegebene schriftliche Erklärung. Affidavits bzw. eidesstattliche Erklärungen werden häufig zur tatsächlichen Begründung für Durchsuchungsbeschlüsse, Haftbefehle und Beschlagnahmeanordnungen verwendet.

 

Akkreditive (Letter of Credit)

Dies ist eine Form der Kreditgewährung, bei der eine Bank unter bestimmten Voraussetzungen die Zahlungen ihres Kunden einem Dritten gegenüber garantiert.

 

Alternatives Überweisungssystem (Alternative Remittance System (ARS))

Bankgeschäfte ohne Zulassung („underground banking“) oder informelle Werttransfersysteme (Informal Value Transfer Systems (IVTS)). Häufig verbunden mit ethnischen Gruppierungen aus dem Mittleren Osten, Afrika oder Asien; in der Regel handelt es sich um einen gewöhnlichen Laden, der eine Vereinbarung mit einem entsprechenden Geschäft in einem anderen Land hat. In der Regel erfolgt der Transfer ohne physische Geldbewegung und ohne Formalitäten in Bezug auf Überprüfung und Aufzeichnungen. Der Geldtransfer erfolgt durch codierte Informationen, die per Notizzettel, Kurier, Brief, Faxschreiben, E-Mail, SMS oder Online-Chatsysteme weitergeleitet und durch ein Telekommunikationsmittel bestätigt werden.

 

Anti-Geldwäsche-Programm (AML-Programm)

Ein Programm, das darauf ausgelegt ist, Institute in ihrem Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu unterstützen. In vielen Ländern gibt es regulatorische Vorschriften, die Finanzinstitute (wozu auch Banken, Wertpapierhändler und Gelddienstleister zählen) zur Einrichtung solcher Programme verpflichten. Ein Anti-Geldwäsche-Programm muss mindestens das Folgende enthalten:

  1. schriftliche interne Grundsätze, Verfahren und Kontrollen;
  2. einen speziell für die Geldwäschebekämpfung zuständigen Compliance-Beauftragten;
  3. laufende Mitarbeiterschulungen; sowie
  4. unabhängige Überprüfung und Test des Programms.

 

Anti-Money Laundering International Database (AMLID)

Die AMLID, eine internationale Datenbank zur Bekämpfung von Geldwäsche, enthält eine Sammlung von Analysen zu Gesetzen und Vorschriften auf dem Gebiet der Geldwäschebekämpfung, inklusive zwei generelle Klassen von Geldwäsche-Kontrollen – nationale Gesetze und internationale Kooperation – sowie Informationen über Kontaktpersonen und zuständige Behörden der einzelnen Länder. AMLID ist eine sichere, mehrsprachige Datenbank, die sich als wichtiges rechtsordnungsübergreifendes Nachschlagewerk für Strafverfolgungsbehörden etabliert hat.

 

Asia/Pacific Group on Money Laundering (APG)

Eine der FATF vergleichbare Organisation auf regionaler Ebene (FATF-style regional body (FSRB)) von Mitgliedsländern aus der Region Asien/Pazifik.

 

Asset Protection Trusts (APTs)

Eine besondere Form eines unwiderruflichen Trust, der in der Regel im Ausland errichtet wird, und zwar in erster Linie zu dem Zweck, einen Teil des eigenen Vermögens zu erhalten und dem Gläubigerzugriff zu entziehen. Die Vermögensinhaberschaft wird einer als Treuhänder (Trustee) bezeichneten Person übertragen. APTs dienen im Allgemeinen dem Vermögensschutz und sind in der Regel steuerneutral. Letztendlich dienen sie der Versorgung der Begünstigten. Befürworter von APTs werben zuweilen damit, dass ausländische Trustees auf diese Weise US-amerikanische Gerichtsentscheidungen ignorieren und den Trust ins Ausland transferieren können, wenn das Trust-Vermögen durch einen Rechtsstreit gefährdet ist.

 

Aufsichtsbehörde

Eine staatliche Behörde, die für die Aufsicht über eine oder mehrere Kategorien von Finanzinstituten verantwortlich ist. Die Behörde ist in der Regel befugt, Richtlinien zu erlassen, Ermittlungen durchzuführen, Bußgelder und Geldstrafen zu verhängen und Tätigkeiten einzuschränken; zuweilen ist sie auch befugt, die Gründungssatzungen der ihrer Zuständigkeit unterliegenden Institutionen zu kündigen. Die meisten Finanzaufsichtsbehörden tragen entscheidend dazu bei, Geldwäsche und andere Finanzstraftaten zu verhindern und zu erkennen. Aufsichtsbehörden sind zumeist vor allem für inländische Institute zuständig, einige können jedoch auch ausländische Niederlassungen und Geschäftsbetriebe von Instituten regulieren.

 

Auftraggeber (Originator)

Der Kontoinhaber bzw., wenn es kein Konto gibt, die (natürliche oder juristische) Person, die das Finanzinstitut anweist, die Überweisung auszuführen.

 

Auslieferung

Die Auslieferung einer beschuldigten oder verurteilten Person von einem Land an ein anderes; die Auslieferung erfolgt aufgrund eines Auslieferungsabkommens, in welchem die Auslieferungsvoraussetzungen geregelt sind.

 

B


 

Bankwechsel

Anfällig für Geldwäsche, weil es sich um ein international anerkanntes Zahlungsinstrument handelt, das auf eine angesehene Institution gezogen ist; häufig werden Bankwechsel so ausgestellt, dass sie gegen Vorlage in bar auf Rechnung eines ausländischen Kontos der ausstellenden Institution zu zahlen sind.

 

Bankgeheimnis

Dies betrifft die in den verschiedenen Ländern geltenden Gesetze und Vorschriften, die es Banken untersagen, Angaben über ein Konto oder sogar über die Existenz eines Kontos zu machen, wenn der Kontoinhaber dem nicht zugestimmt hat. Das Bankgeheimnis behindert die grenzüberschreitende Informationsübermittlung durch Finanzinstitute und deren Aufsichtsbehörden. Eine der 40 Empfehlungen der FATF lautet, Länder sollten sicherstellen, dass es keine Bankgeheimnisgesetze gibt, die die Umsetzung der FATF-Empfehlungen behindern.

 

Bankmantelgesellschaft (Shell Bank)

Eine Bank, die nur auf dem Papier besteht und in dem Land, in dem sie gegründet oder zugelassen wurde, keine physische Präsenz hat und auch nicht mit einem regulierten Finanzdienstleistungskonzern verbunden ist, der einer effektiven konsolidierten Aufsicht unterliegt.

 

Bankscheck

Allgemein übliches Zahlungsinstrument, das häufig mit Bargeld erworben wird. Für die Zwecke der Geldwäsche verwendbar, weil Bankschecks ein auf ein Finanzinstitut bezogenes Zahlungsmittel darstelle.

 

Bank Secrecy Act (BSA)

Das primäre US-Gesetz zur Geldwäschebekämpfung (Titel 31, U.S. Code Sections 5311 –5355), das 1970 verabschiedet wurde und 2001 durch den USA PATRIOT Act die wichtigste Änderung erfahren hat. Unter anderem wird Finanzinstituten und vielen anderen Unternehmen per Gesetz die Verpflichtung auferlegt, Kontrollen gegen Geldwäsche vorzunehmen, indem sie zum Beispiel verschiedene Finanzgeschäfte melden und Aufzeichnungen darüber führen müssen.

 

Bank Secrecy Act (BSA) Compliance Program

Ein Programm, das in den USA ansässige Finanzinstitute im Sinne der gesetzlichen Definition des Bank Secrecy Act zwingt, Kontrollen in Bezug auf Geldwäsche und damit zusammenhängende Finanzstraftaten aufzubauen und zu implementieren. Das Programm muss mindestens die folgenden Komponenten vorsehen: Aufstellung interner Grundsätze, Verfahren und Kontrollen; Bestimmung eines Compliance-Beauftragten; laufende Mitarbeiterschulungen sowie eine unabhängige Audit-Funktion, die das Programm testet.

 

Bargeldintensiver Gewerbebetrieb

Jeder Gewerbebetrieb, bei dem Kunden die Waren oder Dienstleistungen vornehmlich bar bezahlen; zum Beispiel Restaurants, Pizza-Lieferdienste, Taxiunternehmen, Münzautomaten oder Autowaschanlagen. Manche Geldwäscher betreiben oder nutzen bargeldintensive Firmen dazu, rechtswidrig erlangte Mittel mit dem redlich aus dem Geschäftsbetrieb erlangten Bargeld zu vermischen.

 

Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basler Ausschuss) (Basel Committee on Banking Supervision (BCBS))

Hauptaufgabe des 1974 durch die Zentralbanken der G10-Staaten gegründeten Basler Ausschusses ist die Förderung hoher und weltweit möglichst einheitlicher Bankenaufsichtsstandards. Sein Sekretariat wird durch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel (Schweiz) gestellt. Der Ausschuss veröffentlicht unter anderem Publikationen über die Sorgfaltspflichten der Banken bei der Feststellung der Kundenidentität, konsolidiertes Know-Your-Customer-Risikomanagement, Transparenz der Zahlungsmitteilungen, ordnungsgemäße Überprüfung und Transparenz in Bezug auf Mitteilung der Deckungszahlungen für Auslandsüberweisungen sowie den internationalen Austausch von Finanzdaten in Verbindung mit der Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung.

Vgl. www.bis.org/bcbs.

 

Batch-Verarbeitung/Offline-Verarbeitung

Eine Form der Datenverarbeitung und Datenübermittlung, bei welcher ähnliche Buchungen zu Gruppen zusammengefasst und zur Verarbeitung übermittelt werden; in der Regel geschieht dies jeweils durch denselben Rechner und in derselben Anwendung.

 

Begünstigter

Der Begriff „Begünstigter“ kann, je nach Kontext, zweierlei bezeichnen:

  • Diejenige (natürliche oder juristische) Person, die der Nutznießer einer Transaktion ist, zum Beispiel die Partei, welche der Empfänger des überwiesenen Betrags oder der Versicherungsleistung ist.
  • Im Zusammenhang mit Trusts (Stiftungen) müssen alle Trusts (mit Ausnahme gemeinnütziger oder gesetzlich zulässiger nicht-gemeinnütziger Trusts) Begünstigte haben, wobei auch der Treugeber (Settlor) – d. h. derjenige, der den Trust errichtete – selbst Begünstigter sein kann. Trusts müssen auch eine sogenannte „perpetuity period“ vorsehen, d. h. eine zeitliche Höchstdauer, für welche der Trust gilt; in der Regel sind dies bis zu 100 Jahre. Für einen Trust muss es stets einen Begünstigten geben, wobei es genügt, dass dieser letztendlich feststellbar ist; es ist nicht nötig, dass es bestimmte existierende Begünstigte gibt.

 

Benami Account

Auch als Nominee-Konto oder Treuhandkonto bezeichnet. Der Kontoinhaber (eine natürliche oder juristische Person) hält das Konto im Namen einer oder mehrere anderer Personen (natürlich oder juristisch). Benami Accounts gibt es im informellen Überweisungssystem Hawala auf dem indischen Subkontinent. Eine Person in einem Land, die Geld mittels Hawaladar in ein anderes Land transferieren möchte, bedient sich dazu eines Benami Accounts oder einer Benami Transaktion, um die wahren Identitäten des Auftraggebers oder des Geldempfängers zu verschleiern.

 

Beschlagnahme

Das durch eine zuständige Behörde oder ein zuständiges Gerichts gemäß einer Kontosperre angeordnete Verbot, Gelder oder sonstige Vermögenswerte zu übertragen, umzuwandeln, zu veräußern oder zu bewegen. Anders als im Falle einer Kontosperre kann die zuständige Behörde im Falle einer Beschlagnahme die Kontrolle über die betreffenden Gelder oder sonstigen Vermögenswerte übernehmen. Die beschlagnahmten Vermögenswerte verbleiben im Eigentum derjenige(n) natürlichen oder juristischen Person(en), denen sie zum Zeitpunkt der Beschlagnahme gehörten oder die Rechte daran hatten, wobei jedoch häufig die zuständige Behörde die beschlagnahmten Vermögenswerte in Besitz nehmen, verwalten oder managen wird.

 

Bill Stuffing (Geldwäsche am Glücksspielautomaten)

Der Kasinokunde füttert mehrere Automaten mit Geldscheinen, macht einige wenige Glücksspiele und lässt sich dann Cash-out-Tickets ausstellen, die er wieder in Bargeld oder einen Scheck zurücktauscht.

 

Black Market Peso Exchange (BMPE)

Der Black Market Peso Exchange (BMPE) ist ein Beispiel für eine komplexe Methode handelsbasierter Geldwäsche (trade-based money laundering). Der BMPE ist ursprünglich durch die restriktive Wechselkurspolitik Kolumbiens entstanden. Die durch diese restriktive Politik auferlegten Abgaben wurden von kolumbianischen Unternehmen umgangen, indem sie ihre Währungsgeschäfte mit Peso-Händlern auf dem Schwarzmarkt oder einem parallelen Finanzmarkt machten. Diese Methode haben sich dann kolumbianische Drogenschmuggler zunutze gemacht, um ihre in den USA erzielten US-Dollar-Einnahmen aus dem Drogengeschäft in kolumbianische Pesos in Kolumbien umzutauschen.

 

C


 

Caribbean Financial Action Task Force (CFATF)

Eine der FATF vergleichbare Organisation auf regionaler Ebene, welcher karibische Staaten angehören, unter anderem Aruba, die Bahamas, die Britischen Jungferninseln, die Kaimaninseln und Jamaika.

 

Casa de Cambio

Auch als „bureau de change“ oder „exchange office“ bezeichnete Wechselstube. Eine Casa de Cambio bietet einige für Geldwäscher attraktive Dienstleistungen: Geldumtausch und Umtausch von Geldscheinen in kleinerer Stückelung in Geldscheine größerer Denomination; Umtausch von Finanzinstrumenten wie Reiseschecks, Geldanweisungen und Privatkundenschecks sowie telegrafische Überweisungen.

 

CICAD (Interamerikanische Kommission zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs) (Comisión lnteramericana para el Control del Abuso de Drogas oder lnter-American Drug Abuse Control Commission)

Die CICAD hat mehrmals Empfehlungen zur Geldwäschebekämpfung herausgegeben, unter anderem auch Änderungen zu den 1992 von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) herausgegebenen Mustervorschriften.

 

Currency Transaction Report (CTR) (Zahlungssmeldung wegen Schwellenwertüberschreitung)

Eine Meldung, die dokumentiert, sobald eine physische Währungstransaktionen einen bestimmten Schwellwert übersteigt. Eine CTR-Meldung kann auch erfolgen, wenn mehrere am selben Tag erfolgte Währungstransaktionen zusammen den relevanten Schwellenwert übersteigen. Einige Länder, unter anderem die USA, haben Vorschriften, die regeln, wann CTR-Meldungen an die Behörden vorzunehmen sind.

 

D


 

Debitkarte

Eine Karte, mit welcher der Kontoinhaber Geld von einem bestehenden Konto abheben kann. Debitkarten werden dazu verwendet, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen oder Käufe zu tätigen. Debitkarten können an den verschiedensten Orten benutzt werden, auch im Internet. Debitkarten erlauben auch Bargeldbewegungen mittels Geldzurück-Transaktionen oder Abhebungen an Geldautomaten.

 

Der FATF vergleichbare Organisation auf regionaler Ebene (Financial Action Task Force-Style Regional Body (FSRB))

FSRBs sind ihrer Form und ihren Funktionen nach der FATF vergleichbar. Allerdings ist ihre Arbeit auf bestimmte Regionen ausgerichtet. Gemeinsam mit der FATF sind die FSRBs zu einem globalen Netzwerk für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verbunden.

 

Designierte Kategorien von Delikten

Die Straftaten, bei denen es sich nach Ansicht der FATF um Vortaten zur Geldwäsche handelt. Jedes Land kann selbst entscheiden, wie es in seinem eigenen Strafrecht bestimmte Straftatbestände und deren Tatbestandsvoraussetzungen definiert. In vielen Ländern sind die Straftaten, die als Vortaten für die Verfolgung der Geldwäsche in Betracht kommen, nicht spezifisch geregelt, sondern alle Verbrechen kommen als Vortat in Betracht.

 

Designierte Nicht-Finanz-Unternehmen und Berufsgruppen

Die FATF empfiehlt, gewisse Standards auch auf Nicht-Finanz-Unternehmen und Berufsgruppen anzuwenden. Insbesondere auf:

  • Kasinos (einschließlich Internetkasinos)
  • Immobilienmakler
  • Händler in Edelmetallen und Edelsteinen
  • Rechtsanwälte, Notare, andere unabhängige juristische Freiberufler sowie Steuerberater/Wirtschaftsprüfer (Dabei ist zu beachten, dass dies für diejenigen gilt, die für ihre Mandanten die Erfüllung gewisser Pflichten vorbereiten oder ausführen.)
  • Treuhänder und Unternehmensdienstleister, die für ihre Mandanten die Erfüllung gewisser Pflichten vorbereiten oder ausführen.

 

Dinglicher Arrest (Beschlagnahmung)

Hierunter fällt ggf. auch die Anordnung des Verfalls; Dinglicher Arrest bzw. Verfall bedeutet, dass Gelder oder sonstige Vermögenswerte auf Anordnung einer zuständigen Behörde oder eines zuständigen Gerichts ihrem Eigentümer/Inhaber dauerhaft entzogen werden. Dinglicher Arrest oder Verfall erfolgen aufgrund eines Gerichts- oder Verwaltungsverfahrens, in dem das Eigentum/die Inhaberschaft an den im Einzelnen angegebenen Geldern oder sonstigen Vermögenswerten an den Staat übertragen werden. Mit dem Verfall verliert/-en die natürliche(n) oder juristische(n) Person(en), die zum Zeitpunkt des dinglichen Arrests oder des Verfalls Rechte an den betreffenden Geldern oder sonstigen Vermögenswerten hatten, grundsätzlich alle Rechte an diesen.

 

Direkttrust (Express Trust)

Eine ausdrücklich durch den Trust-Errichter (settlor) in der Regel in Form eines Dokuments (zum Beispiel durch eine schriftliche Trust-Urkunde) errichtete besondere Form von Trust. Ein Trust ist eine besondere Art von Treuhandgesellschaft. Ein Direkttrust (express trust) unterscheidet sich von Trusts, die nicht auf der spezifischen Absicht (intent) oder der Entscheidung des Settlors, einen Trust zu errichten, beruhen. (Ein Beispiel für einen solchen anderen Trust ist ein konkludenter Trust (constructive trust), den ein Gericht im Hinblick auf eine ungeklärte Vermögenslage errichtet.)

 

Durch Barmittel besicherte Darlehen (Cash Collateralized Loans)

Ein durch Barmittel besichertes Darlehen ist ein Darlehen mit Barunterlegung. Die als Barunterlegung eingesetzten Geldeinlagen können sich im Ausland befinden.

 

Durchlaufkonto (auch Durchleitungskonto) (Payable Through Account)

Ein von einem ausländischen Finanzinstitut bei einem depotführenden Institut eröffnetes Konto (transaction account), über welches Kunden des ausländischen Finanzinstituts direkt oder durch Unterkonten Bankgeschäfte und Transaktionen in solcher Weise ausführen können, dass die Kunden des Finanzinstituts direkte Kontrolle über das Kontoguthaben haben. Diese Konten bergen Risiken für die depotführenden Institute, bei denen sie bestehen, weil es unter Umständen schwierig ist, die Kunden des ausländischen Instituts, die letztendlich die Nutzer dieser Konten sind, einer ordnungsgemäßen Überprüfung zu unterziehen.

 

E


 

Eastern and Southern African Anti-Money Laundering Group (ESAAMLG)

Eine 1999 gegründete, der FATF vergleichbare Organisation auf regionaler Ebene, welcher Länder aus der ostafrikanischen Region bis hinunter zur Südspitze Afrikas angehören.

 

Egmont Group of Financial Intelligence Units

Die Egmont Group besteht aus zahlreichen nationalen zentralen Meldestellen (Financial Intelligence Units (FIUs)), die sich regelmäßig zur Förderung der Entwicklung und Zusammenarbeit der FIUs treffen, insbesondere zum Informationsaustausch, zu Schulungen und zum Austausch von Expertenwissen. Das Ziel der Gruppe ist, den FIUs ein Forum für die Verbesserung der Kooperation im Kampf gegen die Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu geben und die Umsetzung der nationalen Programme in diesem Bereich zu fördern.

 

Einspeisung (Placement)

Die erste Phase des Geldwäscheprozesses: Die physische Einspeisung aus rechtswidriger Handlung erlangter Erlöse.

 

Elektronischer Zahlungsverkehr (Electronic Funds Transfer (EFT))

Die elektronisch erfolgende Geldbewegung unter Finanzinstituten. In den USA sind die beiden am häufigsten genutzten elektronischen Überweisungssysteme FedWire und CHIPS. (SWIFT wird häufig als das dritte EFT-System bezeichnet. Tatsächlich ist dies jedoch ein internationales Nachrichtensystem, das Überweisungen betreffende Nachrichten zwischen den Instituten übermittelt und somit nicht das eigentliche Überweisungssystem.)

 

Elektronisches Geld (E-Geld)

Elektronische Barmittel sind eine Reihe von geldwerten Einheiten in elektronischem Format, die elektronisch gespeichert sind, sei es online, auf der Festplatte eines Geräts oder auf dem Mikrochip einer Plastikkarte.

 

Erlöse aus Straftaten

Alles, was unmittelbar oder mittelbar aus der Begehung einer Straftat stammt oder dadurch erlangt wird.

 

EU Geldwäsche-Richtlinie – Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus

Gemäß der erstmals im Juni 1991 durch die Europäische Union erlassenen und 1997, 2005, 2015 und 2018 aktualisierten Richtlinie sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, die Unterbindung der Risiken von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu regeln. Die Richtlinie gilt für ein breites Spektrum von Einrichtungen, die über reine Finanzinstitute hinausgehen, darunter Wirtschaftsprüfer, Notare, Treuhandgesellschaften, Immobilienmakler, Steuerberater, Kunsthändler, virtuelle Währungsgeschäfte und Glücksspieldienstleister. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinienstandards in mehreren Bereichen umsetzen, insbesondere in Bezug auf Sorgfaltspflichten bei der Feststellung der Kundenidentität, neu auftretende Risiken und Konsequenzen bei Nichteinhaltung.

 

Eurasian Group on Combating Money Laundering and Financing of Terrorism (EAG)

Eine der FATF vergleichbare Organisation auf regionaler Ebene, die im Oktober 2004 in Moskau gegründet wurde.

 

Europäische Union (EU)

Die moderne EU wurde durch den 1992 unterzeichneten und 1993 in Kraft getretenen Vertrag von Maastricht über die Europäische Union gegründet. Die EU ist eine politisch-wirtschaftliche Union von Europäischen Mitgliedsstaaten. Die Mitgliedstaaten haben drei gemeinsame Institutionen (das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und den Rat der Europäischen Union) geschaffen, denen sie Teile ihrer Souveränität delegiert haben, damit bestimmte Angelegenheiten, die im gemeinsamen Interesse liegen, demokratisch auf EU-Ebene entschieden werden können. Dies ermöglicht den freien Verkehr von Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital durch die EU.

 

Europol

Europol ist die Strafverfolgungsbehörde der EU. Europols Hauptziel ist, im Interesse aller EU-Bürger zu einem sichereren Europa beizutragen. Im Bereich der Geldwäschebekämpfung leistet Europol den Strafverfolgungsbehörden der Mitgliedstaaten operative und analytische Unterstützung, sowohl durch Europol-Verbindungsbeamte und Analysten als auch durch moderne Datenbanken und Kommunikationskanäle.

 

Extraterritoriale Reichweite

Die Erstreckung von Regelungen und Gesetzen eines Landes auf die Staatsbürger und Institutionen eines anderen Landes. Je nachdem, um welche Rechtsordnung es sich handelt, können Geldwäschegesetze Verbote und Sanktionen sich auch auf andere Rechtsordnungen ausdehnen.

 

F


 

Financial Action Task Force (FATF)

Die FATF wurde 1989 durch die G7-Staaten gegründet, um auf nationaler und internationaler Ebene Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche zu fördern. Dies ist ein internationales, Grundsätze erstellendes Gremium, das weltweite Standards zur Verhinderung der Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus setzt. Die Empfehlungen der FATF haben allerdings keine Rechtskraft. Mitglieder der FATF sind 35 Staaten und zwei internationale Organisationen. 2012 hat die FATF ihre bis dahin 40 + 9 Empfehlungen überarbeitet und auf 40 reduziert. Die FATF verfasst jährliche Berichte über Geldwäsche-Typologien mit Beispielen zu aktuellen Trends und Methoden im Bereich der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

 

Vgl. www.fatf-gafi.org

 

Financial Action Task Force on Money Laundering in Latin America (GAFILAT)

2000 für Lateinamerika gegründete, der FATF vergleichbare Organisation auf regionaler Ebene.

 

Finanzdienstleistungsinstitute (Money Services Business (MSB))

Eine natürliche oder juristische Person, die eine der nachstehend aufgeführten Tätigkeiten ausübt und dabei die regulatorische Schwelle überschreitet, ab der eine Person im Allgemeinen als ein Finanzinstitut anzusehen ist, das den Verpflichtungen im Hinblick auf die Geldwäschebekämpfung unterliegt:

  • Devisenhandel
  • Scheckeinlösung
  • Ausstellung oder Verkauf von Reiseschecks oder Geldanweisungen
  • Angebot oder Verkauf von Prepaid-Zugang
  • Geldüberweisung

 

Frontgesellschaft

Jeder Geschäftsbetrieb, der von einer anderen Organisation gegründet und beherrscht wird. Ein solches Vorgehen ist nicht notwendigerweise rechtswidrig, doch Straftäter können Frontgesellschaften zur Geldwäsche nutzen, indem sie Gelder einschleusen, die dann rechtmäßig erlangt erscheinen. Auf diese Weise können Frontgesellschaften auch Produkte und Dienstleistungen „subventionieren“, sodass Produkte und Dienstleistungen deutlich unter dem Marktpreis, möglicherweise sogar unter den Herstellungskosten, verkauft werden können.

 

G


 

GAFISUD (Spanisch: Grupo de Acción Financiera de Sudamerica)

Vgl. dazu die Financial Action Task Force on Money Laundering in Latin America.

 

„Gatekeepers“ (Torwächter)

Diese „Torwächter“ sind spezialisierte Fachleute aus bestimmten Berufsgruppen (Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Anlageberater sowie für Trusts und Unternehmen tätige Dienstleister, die bei Transaktionen mit Geldbewegungen assistieren) und denen hinsichtlich der Erkennung, Prävention und Meldung von Geldwäsche eine besondere Rolle zukommt. In manchen Ländern werden diesen Gatekeeper-Berufsgruppen besondere Sorgfaltspflichten auferlegt, die denen der Finanzinstitute vergleichbar sind.

 

Geheimhaltung (Confidentiality)

Dafür zu sorgen, dass gewisse Tatsachen, Daten bzw. Informationen nicht allgemein bekannt oder von Unbefugten eingesehen werden. In den meisten Ländern ist die Meldung verdächtiger Transaktionen oder Aktivitäten geheim zu halten; d. h., die Mitarbeiter des Instituts dürfen den Kunden nicht von der Meldung in Kenntnis setzen. In einem anderen Zusammenhang kann es zu einer Verletzung der Geheimhaltungspflicht kommen, wenn ein Institut den Kunden betreffende Angaben unter Verletzung des in dem betreffenden Land geltenden Bankgeheimnisses an Strafverfolgungsbehörden oder eine zentrale Meldestelle (Financial Intelligence Unit (FIU)) weitergibt.

 

Geldanweisung

Ein Zahlungsinstrument, das für gewöhnlich mit Bargeld in kleiner Stückelung (in der Regelunter 500 EUR/USD) erworben wird. Häufig wird es von Personen benutzt, die kein Girokonto haben, von dem sie Rechnungen durch Überweisung bezahlen könnten; es eignet sich auch zur Bezahlung von Käufen, für die der Verkäufer keine Scheckzahlungen annimmt. Geldanweisungen können zur Geldwäsche verwendet werden, weil es sich um ein Zahlungsmittel handelt, das auf das ausstellende Finanzinstitut, nicht auf das Konto einer natürlichen Person gezogen ist.

 

Geldautomat (Automated Teller Machine (ATM))

Ein Geldautomat ist eine elektronische Bankfiliale, mit der Kunden einfache Bankgeschäfte in Selbstbedienung vornehmen können. In der Regel ist es möglich, am Geldautomaten Bargeld abzuheben, Schecks und Bargeld einzuzahlen, Überweisungen vorzunehmen und den Kontostand abzufragen.

 

Geldeinlagen

Auf ein oder mehrere Konten bei einem Finanzinstitut eingezahlte Gelder. In der „Platzierungsphase“ (Placement Phase) anfällig für Geldwäsche, wenn die Straftäter Gelder auf Konten bei Finanzinstituten einzahlen, um so Bargeld in Buchgeld zu verwandeln.

 

Geldschmuggel

Die rechtswidrige Verschiebung großer Geldmengen ins Ausland, häufig in Länder mit strengem Bankgeheimnis, schwachen Devisenkontrollen oder schwachen Gesetzen zur Geldwäschebekämpfung.

 

Geldtransferservice oder Werttransferservice

Ein Finanzdienstleister, der Bargeld, Schecks oder andere Zahlungsinstrumente, deren Wert an einem Ort gespeichert ist, akzeptiert und den entsprechenden Betrag in Bargeld oder in sonstigerForm einem Begünstigten an einem anderen Ort zahlt, wobei dies durch Kommunikation, Nachricht, Transfer oder durch ein Clearing-Netzwerk, dem der Geld- bzw. Werttransferservice angehört, erfolgt. Bei den durch solche Dienstleister durchgeführten Transaktionen können einer oder mehrere Intermediäre eingeschaltet sein und die Zahlungen können letztendlich durch einen Dritten erfolgen. Ein Geld- bzw. Werttransferservice kann von (natürlichen oder juristischen) Personen formell, über das regulierte Finanzsystem (zum Beispiel Bankkonten) oder informell durch Nicht-Bank-Finanzinstitute und Nicht-Bank-Unternehmen bzw. außerhalb des regulierten Systems angeboten werden. In manchen Ländern werden informelle Systeme als alternativer Überweisungsdienst oder Untergrundbanken bzw. Parallelbanken oder Schattenbanken bezeichnet.

 

Geldwäsche

Der Prozess der Verheimlichung oder Verschleierung der Existenz, Herkunft, Bewegung, Bestimmung oder rechtswidrigen Verwendung rechtswidrig erlangter Vermögensgegenstände oder Gelder, um den Eindruck ihrer Rechtmäßigkeit zu erwecken. In der Regel ist dies ein dreistufiges System: Nach Einspeisung der Gelder ins Finanzsystem werden Herkunft, Eigentumsverhältnisse und Ort der Gelder durch vielschichtige Transaktionen verschleiert und die Gelder schließlich in rechtmäßig wirkender Form in den Wirtschaftskreislauf integriert. In den Ländern, die Geldwäsche als Straftat ansehen, ist der Straftatbestand jeweils unterschiedlich definiert.

 

Geldwäschebeauftragter (Money Laundering Reporting Officer (MLRO))

Ein in verschiedenen internationalen Vorschriften verwendeter Begriff für diejenige Person, die die Aufsicht über die der Geldwäschebekämpfung dienenden Maßnahmen und Programme eines Unternehmens führt und verdächtige Transaktionen der zentralen Meldestelle (FIU) im betreffenden Land meldet. Der Geldwäschebeauftragte ist die für die Umsetzung von Strategien und Grundsätzen zur Geldwäschebekämpfung zuständige Person.

 

Geldwäscheverdachtsmeldung

Eine von meldepflichtigen Entitäten eingereichte Meldung, welche fragwürdige Handlungen oder Transaktionen auf dem Konto eines Finanzinstituts beinhaltet. Im Englischen unterscheidet man zwischen einer Verdachtsmeldung in Bezug auf verdächtige Aktivität (Suspicious Activity Report (SAR)) und einer Verdachtsmeldung in Bezug auf verdächtige Transaktion (Suspicious Transaction Report (STR)). In vielen Ländern müssen Finanzinstitute verdächtigeTransaktionen den zuständigen Behörden (zum Beispiel der zentralen Meldestelle (FIU)) melden.

 

Gemeinnützige Organisationen (Non-Profit Organizations (NPO))

Diese gibt es, je nach Land und Rechtsordnung, in den verschiedensten Formen, unter anderem als Verbände, Stiftungen, Fördergemeinschaften, gemeinnützige Organisationen, gemeinnützige Gesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung und öffentlich-rechtliche wohltätige Anstalten. Die FATF hat Praktiken vorgeschlagen, die den Behörden helfen, Organisationen, die Gelder für gemeinnützige, religiöse, kulturelle, Bildungs, soziale oder wohltätige Zwecke sammeln oder vergeben, davor zu schützen, durch Personen für Zwecke der Terrorfinanzierung missbraucht oder ausgenutzt zu werden.

 

Gesellschaftsrechtliche Strukturen

Arten von Rechtspersonen, die missbraucht werden können, zum Beispiel Privatgesellschaften mit beschränkter Haftung (private limited companies) und Publikumsgesellschaften mit beschränkter Haftung (public limited companies), deren Anteile nicht an einer Börse gehandelt werden; Trusts; gemeinnützige Organisationen; Personengesellschaften mit beschränkterHaftung (limited partnerships) und Partnerschaften mit beschränkter Haftung (limited liability partnerships) sowie private Investmentgesellschaften (private investment companies). Weil zuweilen nur schwer auszumachen ist, welche Personen die ultimativ wirtschaftlich Berechtigten sind und die Strukturen beherrschen, sind diese Strukturen anfällig für Geldwäsche.

 

Golfkooperationsrat (Gulf Cooperation Council (GCC))

Der 1981 gegründete Golfkooperationsrat (GCC) fördert die Zusammenarbeit seiner Mitgliedstaaten in den Bereichen Wirtschaft und Industrie. Die Mitgliedstaaten sind Kuwait, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Golfkooperationsrat ist Mitglied der FATF, seine einzelnen Mitgliedstaaten jedoch nicht.

 

Grenzüberschreitend

Dies betrifft Aktivitäten, die mindestens zwei Länder betreffen, zum Beispiel die Geldüberweisung von einem Land in ein anderes oder die Verbringung von Geldern ins Ausland.

 

H


 

Haftbefehl

Eine gerichtliche Anordnung, die Strafverfolger anweist, eine bestimmte Person zu ergreifen, festzunehmen und von ihr zu verlangen, eine Anzeige zu beantworten, oder sonst vor Gericht zu erscheinen.

 

Handelsfinanzierung (Trade Finance)

Vgl. Akkreditiv.

 

Hawala

Ein informelles System für die Wertübertragung, das im Nahen und Mittleren Osten, in Nordafrika und auf dem indischen Subkontinent weit verbreitet ist. Das System operiert außerhalb traditioneller Banksysteme. Es funktioniert so, dass der Kunde einem Hawaladar das Geld übergibt, das er an jemand anders transferieren möchte. Der Hawaladar kontaktiert seinen Kollegen an dem Ort, an dem sich die Person befindet, der das Geld zukommen soll. Der zweite Hawaladar zahlt den Betrag an den vorgesehenen Empfänger. Die Hawaladars haben untereinander eine Art Kontokorrentsystem, in dem verzeichnet ist, welcher der beiden dem jeweils anderen welchen Saldo schuldet.

 

Vgl. Alternatives Überweisungssystem

 

Hawaladar

Ein Hawala-Broker.

 

I


 

Informelles Werttransfersystem (Informal Value Transfer System (IVTS))

Vgl. Alternatives Überweisungssystem.

 

Inhaberaktie

Übertragbare Wertpapiere, durch die ein Anteil an einer Gesellschaft von derjenigen Person gehalten wird, die den physischen Besitz am Anteilsschein hat, bzw. eine Urkunde, die auf den “Inhaber” und nicht auf den Namen einer natürlichen oder juristischen Person ausgestellt ist.

 

Inhaberpapiere

In Bezug auf Anteilsscheine, Anteilsübertragungs- oder sonstige Dokumente bedeutet Inhaberpapier, dass die betreffende Anlage oder Einlage verkauft, übertragen oder herausgegeben werden oder auf den Inhaber ausgestellt sein kann, ohne dass es weiterer schriftlicher Anweisungen bedarf.

 

Inlandsüberweisung

Elektronische Überweisung, bei welcher sich sowohl das den Auftrag erteilende als auch das begünstigte Institut im selben Land befindet. Eine Inlandsüberweisung ist daher jede Kette von Überweisungen, die ausschließlich innerhalb der Grenzen eines einzigen Landes stattfindet, selbst wenn sich das tatsächlich für die Überweisung verwendete System in einem anderen Land oder online befinden sollte.

 

Integration

In der Integrationsphase, die oft auch als dritte bzw. letzte Phase der klassischen Geldwäsche bezeichnet wird, gelangen die gewaschenen Gelder zurück in den Wirtschaftskreislauf, wobei die Gelder wieder ins Finanzsystem gelangen und sie somit den Anschein der Legitimität haben.

 

Internationale Geschäftsfirmen (International Business Company – IBC)

Mit diesem Begriff werden verschiedene Strukturen für Offshore-Gesellschaften bezeichnet, die für Geschäftszwecke außerhalb des Gründungslands errichtet werden; ihnen gemeinsam sind eine sehr schnelle Gründung, Geheimhaltung, weitgehende Befugnisse, geringe Kosten, geringe Besteuerung bzw. Steuerfreiheit sowie minimale Anforderungen hinsichtlich der einzureichenden Unterlagen und vorzunehmenden Meldungen.

 

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Der IWF ist eine aus mehr als 180 Mitgliedstaaten bestehende Organisation, deren Arbeit darauf abzielt, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik zu fördern, die Finanzstabilität zu sichern, den Welthandel zu erleichtern, hohe Beschäftigung und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern sowie weltweit Armutsbekämpfung zu betreiben. Die Ziele der Organisation sind seit ihrer Gründung unverändert. Ihre Tätigkeitsfelder, welche Überwachung, Finanzhilfen und technische Hilfe umfassen, sind den sich ändernden Bedürfnissen der Mitgliedsländer angepasst worden.

 

J


 

K


 

Karteninhaber

Die Person, auf die eine Zahlungskarte ausgestellt ist, oder ein ebenfalls zur Benutzung der Karte befugter Zusatzkarteninhaber

 

Kenntnis

Ein Geisteszustand in Bezug auf eine verbotene Handlung. Die Auslegungshinweise zu Empfehlung 3 der 40 Empfehlungen der FATF von 2012 besagen, dass Länder sicherstellen sollten, dass Anforderungen an Vorsatz und Kenntnis, die für den Nachweis einer Geldwäschehandlung zu erfüllen sind, den in den Konventionen von Wien und Palermo niedergelegten Standards entsprechen; dazu gehört auch, dass der entsprechende Geisteszustand aus den objektiv gegebenen tatsächlichen Umständen geschlossen werden darf. Die genaue Definition des Begriffs „Kenntnis“ im jeweiligen Gesetz zur Bekämpfung der Geldwäsche ist von Land zu Land verschieden. Im Falle der absichtlichen Nichtzurkenntnisnahme („absichtlichesWegsehen“ –“willful blindness”) kann die Kenntnis unter gewissen Umständen auch vermutet werden; dies ist von einigen Gerichten als „die absichtliche Vermeidung der Tatsachenkenntnis“ definiert worden.

 

Know Your Customer (KYC) (Kenne Deinen Kunden)

Der Begriff KYC bezeichnet in der Geldwäschebekämpfung die Grundsätze und Verfahren, die dazu dienen, die wahre Identität des Kunden sowie die Art der „normalen und zu erwartenden“ Aktivitäten festzustellen, um für den betreffenden Kunden „ungewöhnliche“ Aktivitäten erkennen zu können.

 

Know Your Employee (KYE) (Kenne Deinen Mitarbeiter)

Der Begriff KYE bezeichnet in der Geldwäschebekämpfung die Grundsätze und Verfahren, die dazu dienen, die Mitarbeiter eines Instituts besser zu kennen und zu verstehen, um Interessenkonflikte, Geldwäsche, Vorstrafen und verdächtige Aktivitäten erkennen zu können.

 

Kollektive Überweisungen (Collection Accounts)

Mehrere ausländische Immigranten zahlen in dem Land, in dem sie leben, viele kleine Geldbeträge auf ein einziges Konto ein, und die Gesamtsumme wird dann auf ein Konto im Heimatland überwiesen, ohne dass deren Herkunft nachvollziehbar ist. Es kommt vor, dass manche ethnische Gruppen aus Asien oder Afrika dieses Verfahren zur Geldwäsche nutzen.

 

Kontensperrung („Einfrieren“)

Sperrung von Konten, um die Überweisung, Abhebung, Auflösung oder Verwendung von Vermögenswerten oder Bankkonten zu verhindern oder einzuschränken. Anders als beim Verfall verbleiben die einer Sperre unterliegenden Vermögensgegenstände, Ausrüstungsgegenstände, Gelder oder sonstigen Vermögenswerte im Eigentum derjenigen natürlichen oder juristischenPerson(en), denen sie zum Zeitpunkt der Sperrung gehörten bzw. die zu diesem Zeitpunkt Rechte daran hielten; auch die weitere Verwaltung durch Dritte bleibt möglich. Die Sperrung kann auch gerichtlich angeordnet werden, um zu verhindern, dass Vermögenswerte dem berechtigten Zugriff Dritter/des Staates entzogen werden.

 

Konzentrationsrisiko

Das Konzentrationsrisiko betrifft in erster Linie die Aktivseite der Bilanz. Üblicherweise verlangen Aufsichtsbehörden, dass Finanzinstitute Informationssysteme haben, die Kreditkonzentrationen nicht nur erkennen, sondern auch Grenzen für das Risiko setzen, das die Bank hinsichtlich einzelner Darlehensnehmer oder Gruppen miteinander verbundener Darlehensnehmer eingehen darf. Auf der Passivseite besteht ein Konzentrationsrisiko im Hinblick auf das Finanzierungsrisiko, insbesondere das Risiko, dass Großkunden vorzeitig und unerwartet Gelder abziehen und dadurch die Liquidität des Instituts beeinträchtigt wird.

 

Korrespondenzbanken

Die Erbringung von Bankdienstleistungen von einer Bank (der „Korrespondenzbank“) für eine andere Bank (die „Respondenzbank“). In der Regel sind es große internationale Banken, die als Korrespondenten für Hunderte anderer Banken in aller Welt fungieren. Den Respondenzbanken kann eine breites Spektrum verschiedener Dienstleistungen angeboten werden: unter anderem Cashmanagement (zum Beispiel verzinsliche Konten in verschiedenen Währungen), internationale Überweisungen, Scheckverrechnung, Durchlaufkonten und Devisengeschäfte.

 

Kreditkarten

Eine Plastikkarte mit einem bestimmten Kreditlimit, die für den Kauf von Waren und Dienstleistungen sowie für Bargeldauszahlungen auf Kredit verwendet werden kann. Der Kartenemittent stellt dem Karteninhaber die Rückzahlung des gewährten Kredits in Rechnung. Kreditkarten können zur Geldwäsche verwendet werden, wenn die Zahlungen der auf die Karte geschuldeten Beträge aus rechtswidrig erlangten Geldern geleistet werden.

 

L


 

Letter Rogatory

Vgl. Rechtshilfeersuchen.

 

M


 

Memorandum of Understanding (MOU)

Von zwei Parteien getroffene Vereinbarung, durch welche die für ihr Verhältnis geltenden Grundsätze in einer bestimmten Angelegenheit festgelegt werden. Ein MOU nutzen Länder, um die Aufteilung von Vermögenswerten zu regeln in internationalen Fällen von Vermögenswert-Beschlagnahmungen, oder zur Regelung ihrer jeweiligen Pflichten hinsichtlich Initiativen zur Geldwäschebekämpfung. Zentrale Meldestellen für Geldwäsche (Financial Intelligence Units (FIUs)), deren Aufgabe es ist, Verdachtsmeldungen entgegenzunehmen und zu analysieren und enge Verbindungen zu Polizei- und Zollbehörden zu unterhalten, betreiben im Zusammenhang mit Ermittlungen einen informellen Informationsaustausch untereinander, in der Regel auf Grundlage von Memorandum of Understanding (MoU).

 

Menschenschmuggel

Menschenschmuggel liegt vor, wenn Menschen unter Verstoß gegen die Gesetze eines oder mehrerer Länder transportiert bzw. rechtswidrig in ein Land gebracht werden. Menschenschmuggel ist zu unterscheiden vom Menschenhandel. Beim Menschenschmuggel geht es allein um die Einreise bzw. den Transport in ein anderes Land, nicht um die Ausbeutung der betroffenen Person.

 

Menschenhandel

Menschenhandel wird auch als „moderne Sklaverei“ bezeichnet. Der Menschenhandel dient vor allem Zwecken wie sexueller Sklaverei, Zwangsarbeit oder gewerblicher sexueller Ausbeutung. Menschenhandel geschieht in fast allen Ländern der Welt und wird oft als das zweitgrößte kriminelle Geschäft der Welt bezeichnet.

 

Middle East and North Africa Financial Action Task Force (MENAFATF)

2004 gegründete, der FATF vergleichbare Organisation auf regionaler Ebene für den Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika.

 

MONEYVAL

Expertenausschuss des Europarates für die Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Der vormals PC-R-EV genannte Ausschuss wurde 1997 durch das Ministerkomitee des Europarats zur Evaluierung der Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung gegründet, um die von den Mitgliedstaaten des Europarats, die nicht FATF-Mitglied sind, ergriffenen Maßnahmen zu evaluieren; die Evaluierung erfolgt durch Selbstbewertung und gegenseitige Bewertung. MONEYVAL ist ein Unterausschuss des Europäischen Ausschusses für Strafrechtsfragen des Europarats (European Committee on Crime Problems of the Council of Europe (CDCP)).

 

N


 

Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental Organization (NGO))

Gemeinnützige Organisationen, die in keiner direkten Verbindung zu den Regierungen bestimmter Staaten stehen und eine Vielzahl von Diensten und humanitären Leistungen erbringen, indem sie u. a. Regierungen gegenüber die Belange der Bürger vertreten, für gute Zwecke eintreten und die politische Teilhabe fördern. Manche Länder haben noch Geldwäschegesetze, die im Hinblick auf NGOs Lücken aufweisen, und manche befürchten, dass Terroristen oder deren Sympathisanten diese Schlupflöcher zu heimlichen Geldbewegungen nutzen könnten.

 

O


 

Offshore (im Ausland)

Dies bedeutet wörtlich “außerhalb des eigenen Heimatlands”, also im Ausland. Für jemanden, der in Europa lebt, sind zum Beispiel die USA „offshore“. Im Zusammenhang mit Geldwäsche bezeichnet der Begriff als günstig erscheinende Rechtsordnungen für ausländische Anlagen, um von tiefer bzw. keiner Besteuerung oder strikter Bankgeheimnis-Regulierung zu profitieren.

 

Offshore-Banklizenz

Dies ist eine Lizenz, die es einer Bank untersagt, Bankgeschäfte mit Bürgern des betreffenden Landes oder in der Landeswährung zu tätigen; dieses Verbot ist eine Bedingung der Lizenz.

 

Offshore-Finanzzentrum (Offshore Financial Center (OFC))

Ein Offshore-Finanzzentrum bietet Banken, Handelsunternehmen und anderen Körperschaften und Rechtspersonen attraktive Möglichkeiten für eine physische oder rechtliche Existenz im betreffenden Land, dabei jedoch den Geschäftsbetrieb auf das Ausland („Offshore“) zu beschränken; in dem Land, in dem sich das Finanzzentrum befindet, wird also keine Geschäftstätigkeit ausgeübt. (vgl. Offshore). Offshore-Finanzzentren gab es in der Vergangenheit auf Inseln in der Karibik oder im Mittelmeer, jeweils in nicht allzu weiter Entfernung von bedeutenden Finanzzentren in den USA und Europa.

 

Operationelles Risiko

Das Risiko unmittelbarer oder mittelbarer operativer Verluste, sei es wegen unzureichender oder versagender interner Prozesse, Mitarbeiter oder Systeme oder infolge externer Ereignisse. Wenn eine Bank in der öffentlichen Wahrnehmung als unfähig zum Managen ihres operationellen Risikos gesehen wird, kann dies das Geschäft der Bank zerstören oder beeinträchtigen.

 

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Internationale Organisation, welche Regierungen unterstützt bei Fragen betreffend wirtschaftlicher Entwicklung und Weltwirtschaft. Das Sekretariat der FATF ist bei der OSZE (engl. Organization for Economic Cooperation and Development (OECD)) in Paris angesiedelt.

 

P


 

Physische Präsenz

Das Bestehen eines tatsächlichen physischen Ortes (Gebäudes) im betreffenden Land, an dem sich eine relevante Geschäftsführung des Instituts befindet, wo dessen Geschäftsunterlagen geführt werden und wo es der Aufsicht unterliegt. Die bloße Existenz eines örtlichen Vertreters oder untergeordneter Arbeitskräfte stellt keine physische Präsenz dar.

 

Politisch exponierte Personen (PEP)

Gemäß der Neufassung der 40 Empfehlungen der FATF von 2012 ist eine PEP eine natürliche Person, welche eine prominente öffentliche Funktion in einem anderen Land innehat, z. B. Staats- oder Regierungsoberhäupter, hohe Politiker, hohe Regierungs-, Justiz- oder Militärbeamte, hochrangige Führungskräfte staatlicher Institutionen oder Repräsentanten wichtiger politischer Parteien, aber auch deren Familienmitglieder und bekanntermaßen nahestehende Personen. Die Definition der PEP erstreckt sich nicht auf Personen der genannten Kategorien, die einen mittleren Rang bekleiden. Die in den einzelnen Ländern geltenden Vorschriften definieren den Begriff PEP unterschiedlich, wobei es sein kann, dass nicht nur Ausländer, sondern auch Inländer unter den Begriff fallen.

 

Ponzi-System (auch Schneeballsystem oder Pyramidensystem)

Ein Geldwäschesystem, das nach Charles Ponzi benannt ist, einem italienischen Einwanderer, der zehn Jahre in einem US-Gefängnis verbüßte, weil er 40.000 Personen um insgesamt 15.000.000 USD betrogen hatte. Ponzis Name steht heute für Systeme, bei denen die Gelder neuer Anleger dazu verwendet werden, frühere Anleger auszuzahlen. Bei einem Ponzi-Modell geht es in der Regel um vorgetäuschte Anlagemodelle, bei denen die Anleger durch das Versprechen außergewöhnlich attraktiver Renditen dazu gebracht werden, ihr Geld zu investieren. Der Betreiber des Modells kann den Betrieb solange aufrechterhalten, wie es ihm gelingt, die früheren Anleger aus dem von neuen Anlegern gezahlten Geld auszuzahlen. Wenn dies nicht mehr möglich ist, bricht das gesamte System zusammen und der Betreiber verschwindet mit dem verbleibenden Geld.

 

Private Banking

Die Abteilung eines Finanzinstituts, das Finanzdienstleistungen für hochvermögende Privatkunden erbringt. Transaktionen im Zusammenhang mit Private Banking sind häufig durch Vertraulichkeit, komplexe Arrangements hinsichtlich der wirtschaftlich Berechtigten, Offshore-Investmentvehikel, Steueroasen und Kreditdienstleistungen geprägt.

 

Private Investmentgesellschaft (Private Investment Company (PIC))

Eine PIC (private Investmentgesellschaft) ist eine Art Gesellschaft, die zumeist in einem Offshore-Land gegründet wird, wo die strengen Bankgeheimnisgesetze die Privatsphäre der Eigentümer schützen. In manchen Ländern wird eine International Business Company oder Exempt Company (steuerbefreite Gesellschaft) als Private Investment Company (private Investmentgesellschaft) bezeichnet.

 

Programm zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

Vgl. Anti-Geldwäsche-Programm

 

Pyramidensystem

Vgl. Ponzi-System.

 

Q


 

R


 

Rechenzentrum für automatisierten Massenzahlungsverkehr (Automated Clearing House (ACH))

Ein elektronisches Banknetzwerk, das große Volumen von Gut- und Lastschriftbuchungen („Batches“) verarbeitet. Vom automatisierten Massenzahlungsverkehr ausgeführte Überweisungen beinhalten Gehaltszahlungen und Zahlungen an Auftragnehmer und Lieferanten. Vom automatisierten Massenzahlungsverkehr ausgeführte Belastungen beinhalten Kundenzahlungen für Versicherungsprämien, Hypothekenkredite und andere Arten von Ausgaben.

 

Rechtshilfeabkommen (Mutual Legal Assistance Treaty (MLAT))

Ein zwischen zwei Staaten geschlossenes Abkommen, das die gegenseitige Rechtshilfe in Gerichtsverfahren sowie den Zugang zu in den jeweiligen Ländern befindlichen Dokumenten, Zeugen und anderen rechtlichen und gerichtlichen Ressourcen aus dem privaten wie auch öffentlich-rechtlichen Sektor und deren Verwendung in amtlichen Untersuchungen und Ermittlungsverfahren ermöglicht.

 

Rechtshilfeersuchen

Rechtshilfeersuchen (auf Französisch: commission rogatoire; auf Englisch: letters rogatory) sind schriftliche Ersuchen um rechtliche oder gerichtliche Hilfe, durch welche die zentrale Behörde eines Staates die zentrale Behörde eines anderen um Hilfe bei der Beweisaufnahme ersucht. In dem Ersuchen sind in der Regel die Art der vorzunehmenden Handlung; die Straftaten, die der betroffenen Person in dem das Ersuchen stellenden Staat vorgeworfen werden; die Rechtsgrundlage, auf die das Ersuchen gestützt wird, sowie die Art der angeforderten Informationen angegeben.

 

Rechtsrisiko

Das Rechtsrisiko ist in der 2001 veröffentlichten Publikation des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht „Sorgfaltspflicht der Banken bei der Feststellung der Kundenidentität“ definiert als „die Möglichkeit, dass Prozesse, Gerichtsurteile gegen die Bank oder Verträge, die sich als undurchsetzbar erweisen, die Geschäfte oder die Verfassung der Bank beeinträchtigen“. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass staatliche Stellen Bußgelder oder Geldstrafen gegen Banken verhängen. Ein Gerichtsverfahren gegen eine Bank kann für diese gravierendere Folgen haben als nur die Rechtskosten wie Anwalts- und Gerichtsgebühren. Banken, die es bei der Feststellung der Kundenidentität an der erforderlichen Sorgfalt mangeln lassen und ihr Risiko in Bezug auf Geldwäsche nicht verstehen und effektiv managen, sind solchen rechtlichen Risiken schutzlos ausgesetzt.

 

Red Flag

Ein Warnsignal, das auf potenziell verdächtige Situationen, Transaktionen oder Handlungen aufmerksam macht.

 

Reputationsrisiko

Etwaige negative Berichterstattung über die Geschäftspraktiken und Verbindungen eines Finanzinstituts führt – unabhängig davon, ob sie berechtigt ist oder nicht – ggf. dazu, dass das Vertrauen in die Integrität des Instituts schwindet. Banken und andere Finanzinstitute haben besonders hohe Reputationsrisiken, nicht nur, weil sie von Kunden zu illegalen Zwecken genutzt werden können, sondern auch, weil sie den Straftaten ihrer Kunden zum Opfer fallen können. Institute dieser Art können sich davor durch KYC- und KYE-Programme schützen.

 

Resolution 1373 des UN-Sicherheitsrats (2001)

Diese 2001 beschlossene Resolution hält die Mitgliedstaaten dazu an, eine Reihe von Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung zu ergreifen, und zwar durch Beschluss von Gesetzen und Verordnungen sowie durch Aufbau von Verwaltungsstrukturen. Die Resolution hält die Mitgliedstaaten dazu an, „einander größtmögliche Hilfe bei strafrechtlichen Ermittlungen oder Strafverfahren im Zusammenhang mit der Finanzierung oder Unterstützung terroristischer Handlungen zu gewähren“.

 

Respondenzbank

Eine Bank, für die ein anderes Finanzinstitut ein Korrespondenzkonto eröffnet, unterhält, verwaltet oder managt.

 

Risikobasierter Ansatz

Die Beurteilung der verschiedenen Risiken, die mit den verschiedenen Arten von Geschäften, Kunden, Konten und Transaktionen verbunden sind; diese dient dazu, die Effektivität des Anti-Geldwäsche-Programms zu maximieren.

 

S


 

Safe Harbor (Sicherer Hafen)

Rechtsschutz für Finanzinstitute, deren Vorstandsmitglieder, Organvertreter und Mitarbeiter in Bezug auf die straf- und zivilrechtliche Haftung hinsichtlich der für die Informationsoffenlegung geltenden Beschränkungen, die sich aus Vertrag oder gesetzlichen, aufsichtsrechtlichen oderverwaltungsrechtlichen Verboten ergeben und gegen die durch die redliche Verdachtsmeldung an die Zentrale Meldestelle für Geldwäsche (FIU) verstoßen wird; dies gilt unabhängig davon, ob eine zugrunde liegende strafbare Handlung nur vermutet wurde, sowie unabhängig davon, ob es tatsächlich eine rechtswidrige Handlung gab.

 

Sammelkonto (Concentration Account)

Auf Englisch als „concentration account“, „omnibus account“ oder „clearing account“ (Clearing-Konto) bezeichnet. Das vom Finanzinstitut im eigenen Namen gehaltene Sammelkonto dient in erster Linie internen administrativen Zwecken oder dem Interbankenhandel, bei dem Mittel überwiesen und vermischt werden, ohne dass die Auftraggeber persönlich identifiziert werden.

 

Sammelkonto (Omnibus Account)

Vgl. Clearing-Konto.

 

Senior Foreign Political Figure (hoher ausländischer Politiker)

US-Bezeichnung für ausländische politisch exponierte Personen. Vgl. Politisch exponierte Personen.

 

Sicherung der Vermögenswerte

Ein Prozess, der unter anderem auch die Verwahrung von Vermögenswerten reorganisiert, um diese gegenüber Ansprüchen zu schützen, die an eine Person gestellt werden. Der Begriff Asset Protection wird jedoch auch in der Steuerplanung verwendet, und zwar in Verbindung mit dem Schutz des Vermögens vor der Besteuerung in anderen Ländern.

 

Smurfing

Smurfing ist eine häufig verwendete Geldwäschemethode, bei der mittels mehrerer natürlicher Personen und/oder mehrerer Transaktionen Bargeld eingezahlt bzw. Zahlungsinstrumente oder Banktratten gekauft werden, deren Einzelbeträge jeweils unterhalb des meldepflichtigen Schwellwerts liegen. Die Personen, die dafür bezahlt werden, diese Transaktionen auszuführen, werden als „Smurfs“ (engl. für “Schlümpfe”) bezeichnet.

 

Sorgfaltspflichten bei der Feststellung der Kundenidentität (Customer Due Diligence (CDD))

Hinsichtlich der Geldwäschekontrollen erfordern die Sorgfaltspflichten bei der Feststellung der Kundenidentität (CDD) Grundsätze, Praktiken und Verfahren, die ein Finanzinstitut in die Lage versetzen, mit relativer Gewissheit die Arten von Transaktionen vorherzusagen, die der Kunde wahrscheinlich vornehmen wird. CDD beinhaltet nicht nur die Feststellung der Kundenidentität, sondern auch die Feststellung der normalen Kontenbewegungen, damit Transaktionen, die nicht den normalen oder erwarteten Transaktionen entsprechen, erkannt werden können.

 

Steueroase

Länder, die ausländischen Anlegern und Sparern besondere Steueranreize oder Steuervermeidungsmöglichkeiten bieten.

 

Strafbewehrte Vorladung

Gerichtliches Verfahren, durch welches ein Zeuge gezwungen wird, in einem Gerichtsverfahren zu erscheinen; der Zeuge kann auch gezwungen werden, bestimmte Dokumente vorzulegen. Der englische Begriff „subpoena“ kann sich auf das Verfahren beziehen oder auf das Dokument, durch welches die Handlung des Adressaten erzwungen wird.

 

Structuring (Strukturierung)

Rechtswidrige Aufteilung von Geldeinzahlungen oder -abhebungen in kleinere Beträge oder der Kauf von Zahlungsinstrumenten in kleineren Beträgen, um auf diese Weise unterhalb des Schwellenwerts zu bleiben, bei dem eine Meldung vorzunehmen ist. Diese Praxis kann bedeuten, dass eine Summe in kleinere Beträge aufgeteilt wird, die als zwei oder mehrere Einzahlungen oder Abhebungen wieder zum ursprünglichen Betrag addieren. Geldwäscher bedienen sich Structuring-Methoden, um zu vermeiden, dass Finanzinstitute ihre Transaktionen melden. In Ländern, in denen zwingende Währungs-Meldepflichten bestehen, kommt diese Technik häufig vor. Vgl. Smurfing.

 

T


 

Terrorismusfinanzierung

Die Art und Weise, wie Terroristen Terrorhandlungen finanzieren. Die Finanzmittel für Terrorhandlungen stammen vor allem aus zwei Quellen: Die erste betrifft finanzielle Unterstützung durch Staaten, Organisationen oder natürlichen Personen. Die andere sind ein breites Spektrum aus Einnahmen erzielenden Aktivitäten, von denen einige (zum Beispiel Schmuggel und Kreditkartenbetrug) illegal sind.

 

Transparency International (TI)

Eine in Berlin ansässige Nichtregierungsorganisation, die sich das Ziel gesetzt hat, Regierungen stärker zur Rechenschaft zu ziehen und der Korruption im In- und Ausland entgegenzuwirken. Diese 1993 gegründete Antikorruptionsorganisation ist in etwa 100 Ländern aktiv. Auf ihrer Website werden täglich die „CORRUPTION NEWS“ veröffentlicht und auch ein Archiv mit Nachrichtenartikeln und berichten zum Thema Korruption zur Verfügung gestellt. CORIS, das Corruption Online Research and Information System von TI, ist die wohl weltweit größte Datenbank zum Thema Korruption. TI ist vor allem für den jährlichen Corruption Perceptions Index (CPI) bekannt, bei dem Länder danach bewertet werden, in welchem Maße dort Korruption bei Amtsträgern festzustellen ist; der Bribe Payers Index (BPI) ist ein Ranking der führenden Exportnationen nach ihrer Neigung, bei Geschäften im Ausland zu bestechen. Der jährlich erscheinende Global Corruption Report, in dem CPI und BPI kombiniert werden, listet die einzelnen Länder nach dem Grad der Korruption auf. Die Listen helfen Finanzinstituten beider Bestimmung der mit einzelnen Ländern verbundenen Risiken.

 

Treugeber (Settlor)

Natürliche oder juristische Person, die Eigentum an ihren Vermögenswerten durch eine Trust Deed genannte Trust-Urkunde an Trustees überträgt. Wenn den Trustees Ermessen hinsichtlich der Anlage und Verteilung des Trust-Vermögens eingeräumt ist, kann dem Trust Deed ein nicht-rechtsverbindliches Schreiben beigefügt sein, in welchem die Wünsche des Trust-Errichters hinsichtlich der Verwendung des Vermögens niedergelegt sind.

 

Trust

Ein einer Treuhandgesellschaft vergleichbares Arrangement zwischen einem Eigentümer/Inhaber von Vermögenswerten (der Übereigner (Grantor)), einem Begünstigten und einem Vermögensverwalter (der Trustee), wobei der Trustee das Vermögen gemäß den Vorgaben des Übereigners zugunsten des Begünstigten verwaltet.

 

Trustee

Dies kann ein entgeltlich tätiger Fachmann oder eine Gesellschaft sein oder eine unentgeltlich tätige Person, die in einem Trust Fund Vermögen hält, sodass es vom eigenen Vermögen des Trustee gesondert ist. Der Trustee investiert und verfügt über das Vermögen gemäß dem Trust Deed des Trust-Errichters (Settlor), unter Berücksichtigung etwaiger schriftlich niedergelegter Wünsche des Trust-Errichters

 

Typologie

Dieser von der FATF verwendete Begriff bezieht sich auf Geldwäschemethoden.

 

U


 

Ultimativ wirtschaftlich Berechtigter (uwB; engl.: Ultimate Beneficial Owner (UBO))

Vgl. Wirtschaftlich Berechtigter

 

Ungewöhnliche Transaktion

Eine Transaktion, die darauf ausgelegt scheint, Meldepflichten zu umgehen, nicht mit den üblichen Transaktionsmustern des betreffenden Kontos übereinstimmt oder von den für die Art Konto zu erwartenden Aktivitäten abweicht.

 

Untergrund-Bankgeschäfte (Underground Banking)

Vgl. Alternatives Überweisungssystem

 

USA PATRIOT Act

Das US-Gesetz „Uniting and Strengthening America by Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism Act of 2001“ (Public Law 107–56). Dieses am 26. Oktober 2001 beschlossene Gesetz hat Geschichte gemacht, weil es grundlegende Änderungen im Bereich der Geldwäschebekämpfung brachte: Allein das das Bankgeheimnis regelnde Gesetz „Bank Secrecy Act“ wurde in 50 Punkten geändert. Titel III des Gesetzes „International Money Laundering Abatement and Anti-Terrorist Financing Act of 2001“ enthält die meisten, jedoch nicht alle Regelungen zur Geldwäschebekämpfung.

 

Übereigner

Eine Person, die das Eigentum an Sachen oder die Inhaberschaft an Vermögenswerten überträgt. Bei einem Trust ist dies in der Regel die Person, die den Trust errichtet oder mit Mitteln ausstattet.

 

Übertragbare Inhaberpapiere

Dazu zählen Zahlungsinstrumente in Inhaberform, zum Beispiel: übertragbare Wertpapiere (einschließlich Schecks, Schuldscheinen und Zahlungsanweisungen), die entweder in Inhaberform ausgegeben, ohne Einschränkung indossiert, auf einen Zahlungsempfänger ausgestellt oder in sonstiger Weise in einer Form so ausgegeben sind, dass das Eigentum übertragen wird.

 

Überwachung

Ein Element des Anti-Geldwäsche-Programms einer Institution, bei dem die Kundenaktivität auf ungewöhnliche oder verdächtige Muster, Trends oder vom Gewöhnlichen abweichende Transaktionen, die nicht ins normale Muster passen, überprüft wird. Transaktionen werden häufig mittels einer Software überwacht, welche die Aktivität anhand eines Schwellenwerts, der als für den betreffenden Kunden „normal und zu erwarten“ gilt, überprüft.

 

Überweisung

Die elektronische Übertragung von Mitteln, die Finanzinstitute untereinander im eigenen Auftrag oder im Auftrag ihrer Kunden durchführen. Viele Länder haben im Zusammenhang mit der Geldwäschebekämpfung regulatorische Anforderungen an Überweisungen aufgestellt.

 

Überweisungsdienste

Diese auch als Girodienste oder Wechselstuben bezeichneten Überweisungsdienste sind Unternehmen, die Bargeld und andere Mittel entgegennehmen und dann durch das Banksystem auf ein anderes Konto transferieren. Inhaber des betreffenden Kontos ist ein verbundenes Unternehmen im Ausland, wo das Geld dem endgültigen Empfänger zur Verfügung gestellt wird.

 

V


 

Verfall

Der unfreiwillige Verlust von Eigentum oder Vermögenswerten aufgrund gerichtlicher Anordnung. Der Verfall wird im Allgemeinen angeordnet, weil der Eigentümer gegen das Gesetz verstoßen hat oder der Vermögensgegenstand mit einer Straftat in Zusammenhang steht.

 

Verbot der Informationsweitergabe (Tipping Off)

Unzulässige oder rechtswidrige Vorwarnung eines Verdächtigen, dass eine ihn betreffende Verdachtsmeldung in Bezug auf verdächtige Transaktion erfolgt ist, oder dass in sonstiger Weise behördliche Ermittlungen oder Strafverfahren gegen ihn laufen.

 

Verdächtige Aktivitäten

Vom Üblichen abweichendes oder fragwürdiges Kundenverhalten oder Handlungen, die sich auf Geldwäsche oder sonstige Straftaten oder auf die Finanzierung von Terrorhandlungen beziehen könnten. Dies kann sich auch auf eine Transaktion beziehen, die nicht mit dem Geschäft, den persönlichen Aktivitäten oder den gewöhnlichen Aktivitäten für ein Geschäft oder Konto der betreffenden Art in Einklang steht.

 

Verdeckte Ermittlungen (Sting-Operation)

Ermittlungstaktik, bei der sich verdeckte Ermittler (zuweilen über eine “Front”-Firma) als Kriminelle ausgeben, um so das Vertrauen von Personen zu gewinnen, die im Verdacht stehen oder von denen bekannt ist, dass sie Straftäter sind, um auf diese Weise Informationen und Beweise über kriminelles Verhalten zu sammeln. Dies ist eine effektive Methode, Kriminelle zu finden, Verbrecherbanden zu unterwandern und in Geldwäscheermittlungen und anderen Fällen festzustellen, welches Eigentum aus Straftaten stammt.

 

Vereinte Nationen (United Nations (UN))

Eine 1945 durch 51 Staaten gegründete internationale Organisation, die sich das Ziel gesetzt hat, den Weltfrieden durch internationale Zusammenarbeit und kollektive Sicherheit zu bewahren. Heute sind fast alle Staaten der Welt Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Vgl. auch Wiener Übereinkommen. Die Vereinten Nationen tragen mit Initiativen wie dem Globalen Programm gegen Geldwäsche (Global Program against Money Laundering (GPML)), welches das Hauptinstrument des Büros der Vereinten Nationen für Drogenkontrolle und Verbrechensverhütung (UN Office of Drug Control and Crime Prevention (ODCCP)) ist, zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität bei. Durch das GPML hilft die UN Mitgliedstaaten bei der Einführung von Gesetzen zur Geldwäschebekämpfung wie auch bei der Entwicklung von Mechanismen zur Bekämpfung dieser Straftaten. Das Programm fördert die Entwicklung einer Politik der Geldwäschebekämpfung, es überwacht und analysiert die Probleme und Reaktionen, leistet Aufklärungsarbeit über Geldwäsche und fungiert als Koordinator von gemeinsam mit anderen internationalen Organisationen durchgeführten Initiativen zur Geldwäschebekämpfung.

 

Verschachtelung (Nesting)

Der englische Begriff „Nesting“ beschreibt ein verschachteltes Verfahren, bei dem eine Respondenzbank Korrespondenzbank-Dienstleistungen für andere Finanzinstitute erbringt und dabei die betreffenden Transaktionen über ihr eigenes Korrespondenzkonto durchführt. Die Korrespondenzbank verarbeitet also Transaktionen für Finanzinstitute, welche sie selbst keiner ordnungsgemäßen Due-Diligence-Prüfung unterzogen hat. Dies ist zwar gewöhnlicher Teil des Korrespondenzbankgeschäfts, erfordert jedoch, dass die Korrespondenzbank das AML-Programm ihrer Respondenzbank ordnungsgemäß überprüft, um das Risiko, das mit der Verarbeitung der Transaktionen der Kunden ihres Kunden verbunden ist, angemessen zu mindern.

 

Verschleierung (Layering)

Dies ist die zweite Phase im klassischen dreistufigen Geldwäscheprozess. Sie folgt auf die Platzierungsphase (auch Placement-Phase genannt) und liegt vor der Integrationsphase. Bei der Verschleierung geht es darum, durch komplexe Finanztransaktionen, die darauf abzielen, das Nachvollziehen der Papierspur unmöglich zu machen, die Herkunft des illegal Erlangten zu verschleiern und Anonymität zu ermöglichen.

 

Verstärkte Sorgfaltspflichten (Enhanced Due Diligence (EDD))

Im Hinblick auf die Sorgfaltspflichten bei der Feststellung der Kundenidentität ist es im Falle der verstärkten Sorgfaltspflichten erforderlich, bei Kunden, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, zusätzliche Maßnahmen zur Identifizierung und zur Minderung des von ihnen ausgehenden Risikos zu ergreifen. Dies erfordert, sich eine noch gründlichere Kenntnis der Art des Kunden und seines Geschäfts zu verschaffen und die Kontotransaktionen noch besser zu verstehen, als dies bei einem normalen Kunden oder Kunden mit geringerem Risiko der Fall ist. Ein Finanzinstitut sollte sicherstellen, dass die Kontoprofile aktuell sind und die Überwachung risikobasiert erfolgt.

 

Verwahrstelle

Banken, Finanzinstitute oder sonstige Stellen, die dafür verantwortlich sind, Vermögenswerte für andere natürliche oder juristische Personen zu managen, zu verwalten oder zu verwahren. Vermögenswerte werden einer Verwahrstelle übergeben, um die Diebstahls- oder Verlustgefahr zu minimieren; die Verwahrstelle betreibt weder aktiven Handel mit Vermögenswerten noch bearbeitet sie diese.

 

Verwahrung

Schutz und Verwaltung von Kunden gehörenden Anlagen oder Vermögenswerten bzw. die Befugnis dazu.

 

Virtuelle Währung

Ein Tauschmittel für den digitalen Bereich, das sich in der Regel entweder in eine Fiat-Währung (z. B. eine von einem Staat ausgegebene Währung) umtauschen lässt oder als Ersatz für echtes Geld dienen kann.

 

Vorsätzliche Nichtzurkenntnisnahme (Willful Blindness)

Ein nach dem US-Recht für Geldwäschefälle geltender Rechtsgrundsatz; der Begriff wird von den Gerichten als „absichtliche Vermeidung der Tatsachenkenntnis“ (deliberate avoidance of knowledge of the facts) oder „zweckgerichtete Gleichgültigkeit“ (purposeful indifference) definiert. Der Rechtsprechung zufolge ist die vorsätzliche Nichtzurkenntnisnahme der tatsächlichen Kenntnis von der illegalen Herkunft der Mittel oder den Absichten des Kunden in einer Geldwäschetransaktion gleichzustellen.

 

Vortaten

„Bestimmte rechtswidrige Handlungen“, deren Erlöse, wenn sie Gegenstand der Transaktion sind, zur Strafverfolgung wegen Geldwäsche führen können. Die meisten Gesetze zur Geldwäschebekämpfung enthalten eine weite Definition oder Auflistung der zugrunde liegenden Straftaten. Zuweilen sind Vortaten definiert als Verbrechen oder „alle Verstöße gegen das Strafgesetzbuch“.

 

W


 

Währung

Banknoten und Münzen, die als Zahlungsmittel im Umlauf sind.

 

Weltbank

Die Weltbank ist eine wichtige Quelle für finanzielle und technische Hilfe für Entwicklungsländer. Sie ist keine Bank im üblichen Sinne, sondern besteht u. a. aus zwei einzigartigen Entwicklungsorganisationen, die den 184 Mitgliedstaaten gehören: der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (International Bank for Reconstruction and Development (IBRD)) und der Internationalen Entwicklungsorganisation (International Development Association (IDA)). Beide Organisationen bieten zinsgünstige Darlehen, zinsfreie Kredite und Fördermittel für Entwicklungsländer an. 2002 haben IWF und Weltbank ein 12-monatiges Pilotprogramm zur Evaluierung der von den Ländern ergriffenen Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung und Terrorismusfinanzierung aufgelegt. Die Weltbank und der IWF haben gemeinsam mit der FATF eine allgemeine Methodik zur Durchführung solcher Beurteilungen entwickelt, welche auf den 40 Empfehlungen der FATF basiert.

 

Werttransferservice

Vgl. Geldtransferservice

 

Wiener Übereinkommen

Das 1988 verabschiedete Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtmitteln und psychotropen Substanzen. Die Länder, die dem Wiener Übereinkommen beitreten, verpflichten sich, den Drogenhandel und die damit verbundene Geldwäsche unter Strafe zu stellen und die Anordnung der Konfiszierung von Erlösen aus dem Drogenhandel gesetzlich zu regeln. Artikel III des Übereinkommens enthält eine umfassende Definition der Geldwäsche, auf welcher viele später erlassene nationale Gesetze basieren.

 

Wirtschaftlich Berechtigter (wB; engl.: Beneficial Owner (BO))

Der Begriff „wirtschaftlich Berechtigter“ kann, je nach Kontext, zweierlei bezeichnen:

  • Die natürlichePerson, die letztendlich der Inhaber des Kontos ist oder die Kontrolle über das Konto hat, über welches eine Transaktion erfolgt.
  • Diejenigen natürlichen Personen, die in signifikantem Maße an einer juristischen Person oder einem Arrangement beteiligt sind, sowie diejenigen, die die ultimative effektive Kontrolle über eine juristische Person oder ein Arrangement ausüben.

Wolfsberg Gruppe

Die Wolfsberg Gruppe, die nach dem Schloss in der Schweiz benannt ist, in dem sie sich zu ihrer ersten Arbeitssitzung traf, ist ein Zusammenschluss von internationalen Großbanken. Dazu zählen Banco Santander, Bank of America, Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, Barclays, Citigroup, Credit Suisse Group, Deutsche Bank, Goldman Sachs, HSBC, J.P. Morgan Chase, Société Générale, Standard Chartered Bank und UBS. Im Jahr 2000 haben diese Institute gemeinsam mit Transparency International und Experten aus aller Welt globale Geldwäschebekämpfungsrichtlinien für internationale Privatbanken aufgestellt. Seither hat sie zahlreiche weitere Richtlinien, u. a. für Korrespondenzbanken und in Bezug auf Terrorismusfinanzierung verfasst.

 

X


 

Y


 

Z


 

Zahlungsinstrumente

Reiseschecks, handelsfähige Wertpapiere, einschließlich Schecks von Privat- und Firmenkunden, Bankschecks jeglicher Art, Schuldscheine, Geldanweisungen, Wertpapieren oder Aktien in Inhaberform. In den meisten Ländern sind Zahlungsinstrumente (wie auch Bargeld) Gegenstand der Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung; die Finanzinstitute müssen Meldung erstatten und Aufzeichnungen über diesbezügliche Kundenaktivitäten führen.

 

Zentrale Meldestelle für verdächtige Transaktionen

Dies ist eine zentrale nationale Behörde, die die Meldung verdächtiger Transaktionen entgegennimmt, sie analysiert und an die zuständigen Behörden weiterleitet. In Deutschland heißt diese zentrale Meldestelle „Zentralstelle für Verdachtsmeldungen“ (§ 10 GwG), in Österreich heißt sie „Geldwäschemeldestelle“ (§ 4 Abs. 2 BKA-G), in der Schweiz heißt sie „Meldestelle für Geldwäscherei“ (MROS für Money Laundering Report Office Switzerland) (Art. 23 GwG) und in Liechtenstein „Stabsstelle Financial Intelligence Unit“(FIU) (Art. 1 FIU-G).

 

Zeugenaussage

Die mündliche Aussage eines Zeugen, normalerweise unter Eid, in welcher dieser ihm bekannte Tatsachen schildert.